Bei spätsommerlichen 28 Grad, die sich auf dem Kunstrasen gegen zwölf Uhr viel heißer anfühlten und nur zwölf Mann am Start, war klar, dass es eine heiße Angelegenheit für die Reserve werden würde.
Die Portugiesen zeigten ein kontrolliertes Aufbauspiel mit langen Ballstaffetten. Gelegentlich wurden die Spitzen Elias I (Sturm), Ruben und Nicki geschickt und sorgten für Gefahr vor dem Stegener Tor. In der 12. Minute belohnte sich Elias I (der Leichtathlet), der die rechte Außenbahn hoch und runter sprintete mit einem Abstaubertor. Nach einem guten Angriff in die Spitze wurde Nickis Schuss geblockt, Elias II setzte nach und schließlich lag der Ball vor Elias I, der ihn einschob zum 1:0. Mitte der ersten Halbzeit ein Doppelpass zwischen Nicki und Ruben, doch die Hereingabe von Ruben erreichte Nicki vor dem leeren Tor nicht. Nach einer halben Stunde fiel der Ausgleich quasi aus dem Nichts. Der Schiri gab einen falschen Einwurf gegen die Portos. Der Ball kommt hoch in den Strafraum, mehrere Abwehrversuche mit dem Kopf bringen den Ball nicht aus der Gefahrenzone und schließlich landet ein Kopfball gar vor einem Stegener Stürmer, der aus spitzem Winkel trifft. Nur drei Minuten später war es Ruben, der wieder nach einem schönen Doppelpass mit Nicky allein vor dem Torwart steht und abzieht, aber der Torwart kann das Tor verhindern. Dieses fiel dann fünf Minuten später. Wieder ein guter Angriff über die rechte Seite, nach der Flanke in die Mitte wird Rubens Schuss geblockt, doch unser Neuzugang Malte aus dem Norden behielt einen klaren Kopf und traf im Nachschuss zur neuerlichen Führung (36.). Fast mit dem Halbzeitpfiff wurde der Ball zu Elias II durchgesteckt, der Torwart lenkte seinen Fernschuss über die Latte.
Nach dem Wechsel brauchten die Portos einige Zeit, bis zur nächsten Möglichkeit. Eine Viertelstunde vor Schluss war es wieder das Duo Ruben und Nicky. Ruben setzt sich im Zweikampf durch und lupft den Ball über den Verteidiger zu Nicky, der den Ball über den Torwart lupft zum 1:3. Wenige Minuten danach legte Nicky Ruben den Ball in den Lauf, aber der scheiterte einmal mehr am Torwart. Fast im Minutentakt gab es nun Chancen. In der 85. war es Nicky, der allein vor dem Keeper die Kugel nicht an ihm vorbeibrachte. Drei Minuten später war Ruben auf und davon, doch statt querzulegen probierte er es allein und auch er konnte den Torhüter nicht bezwingen. Nun machten sich die nachlassenden Kräfte bei den Portugiesen bemerkbar. Nachdem sie über siebzig Minuten den Ball immer wieder quer gespielt und die Reihen verschoben hatten, fehlte die Konzentration und es wurden plötzlich Bälle in die Mitte gespielt, wo der müde Mitspieler nicht schnell genug an den Pass kam. So erspielten sich die Stegener binnen weniger Minuten drei Chancen nach dem gleichen Muster: abgefangener Ball und sofort auf das Tor. So rächte sich der Chancenwucher zehn Minuten vor Schluss, als ein Fernschuss am langen Eck unerreichbar für Tiago einschlug (2:3, 86. Minute). Nun begann das übliche Zittern kurz vor Schluss, aber die Reserve stand wieder stabil und kämpfte um jeden Ball. Oft wurden die Abwehrschläge nur nach vorn gedroschen, um Zeit zu gewinnen. Aber mit dem Schlusspfiff gelang noch einmal ein schöner Angriff. Der Pass kam lang zu Johannes in die Spitze, der sich trotz gerade überstandener Knieverletzung in den Dienst der Mannschaft gestellt hatte. Er lief in den Strafraum und zeigte den anderen Stürmern, wie man so einen Angriff abschließt. Aus vierzehn Metern schob er flach neben dem Torwart ein zum 4:2. Der Schiri, der sich mit Baseballcap der Hitze erwehrt hatte pfiff die Partie darauf ab. Die Portos hatten sich endlich belohnt, wie Paulo in seinem Resümee zutreffend feststellte. Weiter so!